Attraktive Zinsen per Smartphone-App? So funktioniert’s mit Iban & Co

Wenn Tages- und Festgelder kaum noch Zinsen abwerfen, Anleger an der Börse aber durch Corona schmerzhaft erfahren mussten, dass Kurse böse abstürzen können, gehen Sparer auf die Suche nach alternativen Anlageformen. Das Online-Angebot ist riesig, nicht alles ist seriös. Hohe Zinsen ohne Risiko gibt es nicht. Deshalb sollte man auf solche Versprechen auch nicht hereinfallen. Trotzdem existieren abseits der klassischen Bankprodukte Nischen mit einem ausgewogenen Verhältnis von Risiken und Ertragschancen. Der große Vorteil: Mit einem Smartphone oder Tablet kann man von der Couch zusehen, wie das Geld arbeitet und im wahrsten Wortsinn für passives Zusatzeinkommen sorgt.

Der Robo Advisor

Robo Advisors sind die digitale Form des Bankberaters oder Vermögensverwalters. Statt zum Beratungsgespräch zu gehen und eine Menge Formulare zu unterschreiben, teilt der Kunde dem Roboter per App mit, wieviel Geld er investieren möchte, was seine Anlageziele sind und vor allem wie hoch seine Risikobereitschaft ist. Ein Algorithmus sorgt für eine entsprechende Mischung Streuung des Kapitals. Ein Robo Advisor kann nur so gut sein, wie das Wissen, das man ihm einprogrammiert hat. Idealerweise stecken wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse darin, die anhand von Frühindikatoren Marktentwicklungen einschätzen und Risiken so frühzeitig erkennen, dass bei sich verdichtenden negativen Anzeichen Anlagen bereits vor einem Kursverfall umgeschichtet werden. In jedem Fall arbeitet der Robo Advisor unabhängig von Bauchgefühl, Bonuszahlungen und Provisionen. Das sichert nicht nur eine neutrale Entscheidung ohne Panikverkäufe oder Kaufentscheidungen zu einem ungünstigen Zeitpunkt, sondern senkt auch die Kosten. Während sich Banken eine professionelle Vermögensverwaltung teuer bezahlen lassen, kommen Robo Advisors in der Regel mit weniger als einem Prozent jährlicher Verwaltungskosten aus.

Schwarmintelligenz bei Investitionen nutzen

Wer Menschen mehr vertraut als Algorithmen, hat – neben dem Rat des Kundenbetreuers seiner Bank – weitere Möglichkeiten: Er kann auf gemanagte Investmentfonds setzen. Hier trifft der Fondsmanager die Entscheidungen zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Gemanagte Fonds haben aber im Vergleich zu Indexfonds recht hohe Kostensätze, denn der Manager wird für seine Arbeit bezahlt. Eine Alternative ist sogenanntes Social Trading. Einige private Anleger veröffentlichen ihre Portfolios und deren Veränderungen auf Trading-Plattformen und bieten anderen an, den eigenen Trades insgesamt (mirror trading) oder in ausgewählten Schritten (copy trading) zu folgen. Der Vorteil ist, dass man ganz ohne Vorkenntnisse in den Wertpapierhandel einsteigen und – falls gewünscht – schrittweise lernen kann. Nachteilig sind die mangelnde Regulierung und Kontrolle. Es ist nicht sichergestellt, dass die Risikobereitschaft des Leading Traders, dem man folgt, auch in Verlustphasen den eigenen Vorstellungen entspricht.

Kredite als Geldanlage

Klassisches Geschäftsmodell der Banken ist die Bereitstellung von Sparguthaben zur Kreditvergabe. Daran können Privatanleger teilhaben. Per Crowdinvesting finanzieren viele Menschen mit kleinen Beträgen Privat- oder Unternehmenskredite. Durch die Verteilung auf zahlreiche Schuldner wird das Ausfallrisiko begrenzt. Organisiert werden diese Peer to peer (P2P) Darlehen durch spezialisierte Plattformen gegen eine Gebühr. Völlig kostenlos ist dagegen die Kreditinvestition über Iban. Schon ab 1,- Euro kann Geld eingezahlt werden, das Iban ausgewählten Banken für eine gesicherte Darlehensvergabe zur Verfügung stellt. Im einfachsten Kontenmodell wird das Geld täglich verzinst und ist täglich verfügbar. Die Entwicklung des Guthabens sieht man in einer App, über die auch Auszahlungen veranlasst werden. Während bei Iban mehrfache Sicherungen eingebaut sind, besteht bei Projektfinanzierungen per Nachrangdarlehen stets das Risiko eines Totalverlusts. Die Zinsen sind zwar höher, aber wenn ein Projekt scheitert, ist das Geld weg. Eine Investition ist nur sinnvoll, wenn die Erfolgsaussichten zuverlässig beurteilt werden können – was dem Laien meist nicht möglich sein dürfte.

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